Ahh…Klasse ! Oder ?

Aus dienstlichen Gründen konnte ich leider nicht am großen Probefahrttag der neuen A-Klasse teilnehmen, also machte ich mit dem für ich zuständigen Verkäufer einen Termin für eine Probefahrt mit einem A180 CDI mit Automatik bzw. Direktschaltgetriebe aus. Die Variante mit 7G-DCT wählte ich aus zwei Gründen, erstens bevorzuge ich Automatikfahrzeuge, zweitens will ich einen Mercedes Probe fahren und keinen Renault. Renault ? Richtig gelesen, der 180 CDI verfügt als handgeschalteter Diesel über einen 1,5 Liter Motor von Renault…mit Zahnriemen. Dieser soll zwar angeblich genau so lange halten, wie eine Steuerkette, trotzdem, wer Mercedes bezahlt will auch Mercedes. Es ist schon schlimm genug, dass der Großteil der Komponenten von Zulieferern kommt, der Motor sollte aber dann wenigstens vom Erfinder des Automobils stammen, wenn man sich für einen Stern entscheidet. Da nutzt es auch nichts, dass einem der Verkäufer etwas von „Mercedisierung“ der Motoren erzählt. Nicht dass ich an der Qualität von Renault zweifeln würde aber für mich passt das irgendwie so gar nicht. Ich finde auch das Produkt Mercedes Citan fragwürdig, wer ist schon bereit einen deutlichen Mehrpreis zu zahlen, um einen schlecht ausgestatteten Renault Kangoo mit Mercedesstern zu kaufen ? Sorry, das Geld kann man sich sparen und das Original beim Renaulthändler kaufen.

a-klasse-seite_webZurück zur A-Klasse. Es ist Anfang November 2012 als ich einen Termin zur Probefahrt mit der neuen A-Klasse habe. Einen ganzen Tag darf ich das Auto testen, erst am nächsten Tag gegen Mittag muss das Auto wieder beim Händler sein. Schick sieht er ja wirklich aus, so langsam scheint Mercedes begriffen zu haben, dass man optisch etwas machen muss, um auch jüngere Käuferschichten anzusprechen. Selbst die Kritiker von Mercedes unter meinen Bekannten, attestieren Mercedes ein optisch gelungenes Fahrzeug gebaut zu haben. Doch was ist mit den inneren Werten. Die A-Klasse ist technisch stark verwand mit der größeren B-Klasse, welche ich bei Testfahren auf einen Verbrauch von 4,5 Litern drücken konnte (vergleichbarer B180 CDI mit 7G-DCT). Die A-Klasse sollte also noch gengügsamer sein. Die Außenthemperaturen entsprechen an diesem Tag denen der Testfahrt im März 2012, also optimal für den Vergleich.

a-klasse-heck_webBeim ersten Testkriterium fällt die A-Klasse bereits durch – meine Frau ! Nachdem sie sich den Sitz so eingestellt hat, dass sie etwas sieht, was bei der A-Klasse in der Tat schwierig ist, stößt die integrierte Kopfstütze bereits an die Decke des mit Panorama-Schiebedachs ausgestatteten Vorführfahrzeugs. Rundumsicht Fehlanzeige, hier muss ich meiner Frau Recht geben. Die Heckscheibe gleicht einer Schießscharte und ohne Rückfahrkamera a-klasse-verbrauch_websollte man dieses Auto nicht bestellen. Form follows Funktion ? Davon hat man bei der Kostruktion dieses Autos noch nichts gehört, hier steht das Design im Vordergrund, nicht die Funktionalität – man kann eben nicht alles haben. Aber was ist mit den inneren Werten, ist die A-Klasse wirtschaftlicher als die B-Klasse ? Die Antwort muss Nein heißen, den trotz 98 % ökologischer Fahrweise (laut Bordcomputer) a-klasse-verbrauch2_webbrachte ich es bei der A-Klasse auf minimal 5,3 Liter, also 0,8 Liter mehr als die deutlich größere, übersichtlichere B-Klasse.

Die A-Klasse sieht toll aus und hat nette Spielereien, wie z.B. den aktiven Parkassistenten, welcher das Auto wie von Geisterhand einparkt. Dieser wird bei Bestellung einer Einparkhilfe automatisch mit angeboten, eine Einparkhilfe ohne Geisterhand gibt es weder für die A- noch für die B-Klasse. Ausstattungsbereinigt ist die A-Klasse kaum günstiger als die B-Klasse und letztere somit die vernünftigere Entscheidung. Hinzu kommt, dass man aufgrund des Designs der A-Klasse auf den hinteren Plätzen wie auf einer Strafbank sitzt. Kofferraum ? Fehlanzeige ! Ich würde es als großes Handschufach bezeichnen, was die A-Klasse da im Heck hat.

Fazit: Die A-Klasse ist von außen ein tolles Auto, die inneren Werte überzeugen mich nicht. Ein Auto für Singles oder Paare ohne Kinder, die gerne ein stylisches Auto fahren wollen, der Alltagsnutzen bleibt auf der Strecke und der Preis ist viel zu hoch. Dafür bekommt man in der Diesel Basisversion mit Schaltung nicht einmal einen richtigen Mercedes sondern einen Renault mit Mercedesstern.

Dieser Beitrag wurde unter Der Weg, Fahrzeugtests veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.