Warten auf ZOE oder doch lieber eine B-Klasse ?

Es ist März 2012 und das Warten auf ZOE hält an. Auf der Webseite von Renault wird einem bereits der Mund wässrig gemacht, das Auto soll im Sommer 2012 auf den Markt kommen, während die Karftstoffpreise scheinbar unaufhörlich steigen. Wir kratzen an der Schmerzgrenze von 1,50 € für einen Liter Diesel, was mich dazu veranlasst im Rahmen eines Inspektionstermins bei meinem Mercedes-Autohaus nach einem Probefahrttermin mit einer B-Klasse zu fragen, da diese zumindest im Verbrauch günstiger sein dürfte als mein C-Klasse T-Modell.

Nachdem ich mein Interesse an einer sparsameren Alternative zu meiner C-Klasse kund getan hatte, teilte man mir mit, dass am kommenden Wochenende ein Präsentationstag der B-Klasse stattfinden würde, bei welchem man alle Fahrzeuge testen könnte. Also, warten auf Samstag…

Am Samstag, dem 31.03.2013 war es dann soweit, ich durfte die neue B-Klasse testen. Aufgeregt wie immer wenn ich ein neues Auto ausprobiere, fuhr ich zu meinem Händler und wendete mich an den für mich zuständigen Verkäufer. Dieser geleitete mich zu einer netten Dame, welche die Verträge für die Probefahrten machte. „Welches Auto möchten Sie denn fahren ?“ wurde ich gefragt und ich entgegnete „Den B180 mit Automatik“. Nach etwas Papierkram bekam ich dann den Schlüssel und der Verkäufer begleitete mich zum Fahrzeug, um mir dort eine kurze Einweisung zu geben. Da ich mich mit Mercedes bereits auskenne, war diese wirklich kurz und ich konnte bald meine erste Testfahrt starten.

Die Strecke enthielt einen Teil Überland und einen Teil Autobahstrecke. Ich wollte sehen, wie weit ich den Verbrauch der B-Klasse drücken kann. Da ich überwiegend auf der Autobahn unterwegs bin, wenn ich zur Arbeit fahre, wählte ich daher diese Streckenkombination. Ich war der Erste, der an dem Tag das Auto fuhr und so wunderte ich mich auch zunächst nicht über den Verbrauch von über 7 Litern „Auf der Autobahn bei Tempo 100 wird der schon runter gehen“ dachte ich mir. Nun ja am Ende der Testfahrt von ca. 50 km standen dann 7,1 Liter auf dem Verbrauchsrechner…“Ganz schön durstig für einen Diesel, aber sonst ein wirklich gelungenes Fahrzeug“ waren meine Gedanken.

Zurück bei Mercedes wollte ich dann das stärkere Modell, den B200 fahren, ebenfalls mit dem automatisierten Schaltgetriebe. Als ich damals den Viano zur Probe fuhr, hatte ich festgestellt, dass ein stärker motorisiertes Fahrzeug tatsächlich weniger verbrauchen kann. Also erneut Papierkram, dann Probefahrt ohne Einweisung gleiche Strecke. In der Tat bekam ich den Verbrauch auf 6,5 Liter, was mir aber immer noch zu viel war, denn meine C-Klasse bekomme ich bei gleicher Fahrweise auf 6 Liter und ich wollte mich ja in Sachen Verbrauch verbessern. Dann habe ich auf der Autobahn mal richtig Gas gegeben und war erstaunt, wie hoch das Fahrzeug dreht. Leider wurde der B200 bei Tempo 200 dann auch echt brummig und „laut“, nun gut, so schnell fahre ich eh meist nie.

Zurück zu Mercedes und ein wenig Fachgesimpel über die B-Klasse und die Kooperation mit Renault bei der kommenden A-Klasse. Dann sprach ich mit einer Dame, die offensichtlich auf den für sie zuständigen Verkäufer wartete. Sie fragte mich, wie mir das Auto gefallen habe und wir haben uns ausgetauscht. Mit dem Katalog und der Preisliste, sowie den Infos, welche ich aus der Presse hatte und meiner eigenen 15-Jährigen Mercedes Erfahrung konnte ich Ihr dann zahlreiche Informationen geben. Ein Verkäufer, welcher das mitbekommen hat, kam irgendwann dazu und sagte, dass ich ihnen ja langsam gefährlich werden würde und woher ich mich so gut auskenne. Na ja, ich habe dann wohl der Dame eine B-Klasse „verkauft“, natürlich ohne Provision.

Dann kam mein Verkäufer und es ging ins Büro, um eine Konfiguration auszudrucken. Ich sagte Ihm dann, dass er das falsche Auto ausgewählt hätte, ich wollte den B200 CDI. Er schaute mich verunsichert an und sagte, „Aber Sie sind doch den Benziner gefahren…“ Jetzt wurde mir schlagartig klar, weshalb ich den Verbrauch nicht unter 6 Liter bekam, Ihr ahnt es schon, Papierkram und erneut auf die Piste, dieses Mal mit den B180 CDI mit DSG. Was soll ich sagen, die Verbrauchswerte waren dann schon eher eines modernen B-Klasse VerbrauchDiesels würdig, 4,5 Liter meldete der Bordcomputer am Ende der Testfahrt. Um die Testreihe komplett zu machen, fuhr ich dann noch den B 200 CDI, allerdings mit Handschaltung und kam dort hin, wo ich hin wollte auf 4 Liter.

Resümée meiner Testreihe, die B-Klasse ist genügsam, sowohl als Beziner, wie auch als Diesel, denn 6,5 Liter Super sind für einen Benziner ein respektabeler Wert. Schließlich ist die B-Klasse auch kein Kleinwagen, das Platzangebot ist erstaunlich und selbst im Fond sitzt man als Erwachsener sehr gut. Ein wenig nervig sind die vielen Assistenzsystheme, fährt man zu nah an einer Ampel vorbei warnt einen bereits das „Unfallverhütungssystem“ mit dem Namen Collision Prevention Assist.  Gut gefallen hat mir die Rückfahkamera, die dermaßen intuitiv arbeitet, dass man dank der Hilfslinien tatsächlich einparken kann, ohne sich umzudrehen (was man natürlich nicht soll). Fertig konfiguriert legt man dann für einen B200 CDI mit DSG…sorry, 7G-DCT in Mountain-Grau Metallic mit Chrom-Paket knapp 34000 € hin. Gut, denke ich mir, wir warten weiter auf ZOE.

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