Fluence – Ein Vorgeschmack auf ZOE ?

Renault verschiebt den Termin für Zoe auf November 2012. Eine gute Bekannte von mir, welche bei Renault arbeitet, bietet mir eine Probefahrt mit Fluence an, um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen. Also finde ich mich bei der Renault Niederlassung in Frankfurt ein, wo ich nach ein wenig Papierkram (das kenne ich ja schon zu Genüge von Mercedes) endlich einmal mehr als 100 Meter mit einem Serien-Elektro-Fahrzeug fahren darf. Ich bin mit meinem fast neuen Viano nach Frankfurt gefahren, war also noch vom Fahrgefühl mit dem ruhig laufenden, kraftvollen V6 CDI verwöhnt als ich in den Fluence stieg.

Das Ambiente des Fluence wirkt auf den ersten Blick ordentlich, nicht viel schlechter als in einem Viano, welcher allerdings in diesem Punkt auch nicht wirklich zu den Vorzeigemodellen von Mercedes zählt, nicht zuletzt deshalb aber auch gut 10000 € günstiger ist, als ein VW T5. Doch hier geht es nicht um den Viano, sondern über den Fluence. Ein Dreh am Zündschlüssel und der Strom fließt. Ich wundere mich nicht weiter darüber, dass man keine großartige Rückmeldung erhält, schließlich kenne ich dieses Phänomen ja bereits von der getesten A-Klasse auf der IAA 2011.

Nun darf ich also das erste Mal unbeobachtet von einem Verkäufer im öffentlichen Verkehr eine ganze Stunde elektrisch Auto fahren. Alleine bin ich dabei nicht, mein bester Freund, welcher sich ebenfalls für diese Technologie interessiert, sitzt neben mir, als wir die Hanauer Landstraße Richtung Hanau befahren.

Fluence fährt sich völlig problemlos, wie ein „richtiges“ Auto und ist dabei noch leiser als der ohnehin schon kaum hörbare V6 meines Vianos. Als wir ein Autobahnschild erblicken, entschließen wir uns zu einem kurzen Autobahntripp, schließlich will man ja auch wissen, wie sich so ein E-Fahrzeug auf Deutschlands Rennstrecken bewährt. Munter beschleunigt Fluence auf 135 km/h und das, obwohl es ein wenig bergauf geht. Ebenso munter wandert dann allerdings auch die Restweitenanzeige nach unten, also Fuß vom Gas und ich merke schlagartig, was Rekuperation bedeutet, denn das Auto verzöge deutlich, ohne dass ich dabei die Bremse betätige. Dabei geht die Verbrauchsanzeige, ich nenne sie mal so, in den positiven Bereich, sprich die Batterie wird geladen.

Nun stellt sich uns die Frage, wo wir gerade sind und wie wir zurück zu Renault kommen. Dank des serienmäßigen Navis kein Problem. Der Rückweg führt uns vorbei an einem Bahnübergang, an welchem wir ca. 5 Minuten stehen. Hier folgt erneut die Kenntnis, dass es keinen Unterschied macht, ob der Motor eingeschaltet ist oder nicht, man hört einfach nichts davon…

Jetzt waren wir beide infiziert vom „Elektroauto-Virus“, Renault hat es tatsächlich geschafft ein Auto zu bauen, welches einem normalen Auto in Punkto konfort und Fahrgefühl in nichts nachsteht. Leider ist die Reichweite des Fluence nicht sonderlich hoch, schließlich handelt es sich, wie auch beim E-Kangoo, um einen umgebauten Verbrenner. Da Fluence auch als Experimentierfahrzeug für den schnellen Batteriewechsel dienen soll, ein Modell mit welchem man die Reichweite erhöhen möchte, ist auch der Kofferraum relativ klein. Die Idee: Man verbaut eine Batterie hochkant hinter den Rücksitzen, welche sich von unten entnehmen lässt, ähnlich einem Laptop-Akku nur etwas größer. An den Autobahnen soll es dann Stationen geben, bei welchen man den leeren Akku innerhalb weniger Minuten gegen einen vollen austauschen kann. Ein weiterer Nachteil des Fluence ist der recht hohe Preis von rund 27000 €

Zum Erscheinungstermin von Zoe, zuckt man auch bei der Renault Niederlassung in Frankfurt nur mit den Schultern, vermutlich im November heißt es hier, das Warten geht also weiter.

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