Das erste Experiment

Mit diesem Beitrag komme ich mit meinem Blog in der Gegenwart an. Alles, was ich bisher gebloggt habe, sind meine Erfahrungen und Gedanken aus der Vergangenheit, ab jetzt wird quasi in „Echtzeit“ gebloggt.

Der Tag beginnt mit einer E-Mail der Überlandwerke Groß-Gerau, welche ich vergangene Woche bezüglich der in meiner Nachbarschaft installierten Ladebox angeschrieben hatte. Der E-Mail ist ein Antragsformular für den Transponder beigefügt, gegen Vorlage des Antrags und 20 € Kaution erhält man bei den Überlandwerken einen Transponder, mit welchem man die Tür der Ladesäule öffnen kann. In der Mail dann noch der Hinweis, dass aktuell nur mit Schuko geladen werden kann. Schlagartig laufen sämtliche gelesenen Blogs mit Berichten über defekte Ladesäulen vor mir ab. Oh Nein, denke ich, kann ich in Groß-Gerau doch nicht kostenlos laden ? Ich rufe bei den Überlandwerken an und der nette Herr erklärt mir etwas vom Platinen und Modulen, die nicht miteinander kommunizieren wollen. Er wäre aber an der Sache dran und ist zuversichtlich, auch den Typ 2 Stecker in der Säule zum Laufen zu bekommen, nur wann… ?

Da ich mit meinem Viano noch einmal zu Mercedes muss, weil mir ein netter Mitbürger durch Unachtsamkeit eine kleine Delle in die Beifahrertür gedrückt hat, entscheide ich, auf dem Weg dorthin, bei den Überlandwerken vorbei zu schauen. Erwähnte ich schon, dass mich herrenlose Dellen an meinem Auto zornig machen ? Ich wünsche mir wirklich einmal so einen netten Mitbürger zu erwischen, der mit was auch immer ein parkendes Auto anrempelt, beschädigt und sich dann aus dem Staub machen will. Ich versichere Euch, dass ich den Jenigen anzeigen werde. So etwas ist kein Kavaliersdelikt sondern TransponderSachbeschädigung und im schlimmsten Fall Fahrerflucht. Bei der ÜWG angekommen, sehe ich ein Elektrofahrzeug auf dem Parkplatz und einen Herrn der an der Säule herumschraubt. Ich stelle mich kurz bei dem Herren vor, es handelt sich tatsächlich um den netten Mann vom Telefon, welcher ein wenig verzweifelt scheint. „Ich bekomme das Auto über Typ 2 einfach nicht zum Laden“, sagte er mir. Er erzählt mir etwas von Modulen und fehlenden Schaltplänen, Ladesäule der ÜWGfür mich Fach-Chinesisch. Ich hoffe nur, dass die ÜWG diese Säule irgendwie zum Laufen bekommt und hole mir erst einmal den Transponder. Als ich das Gebäude verlasse treffe ich erneut den Herrn, welcher offensichtlich für die Elektromobilität bei den ÜWG zuständig ist und er sagt mir, dass es möglicherweise am Kabel liegt. Das vorhandene Typ 2 Kabel geht nur bis 20A und das Mennekes-Modul kommuniziert damit wohl nicht, zumindest vermutet er das. Ich schlage ihm vor bei Renault anzurufen, um es einmal mit Zoe zu probieren, die Idee findet er gut. Ich rufe meinen Verkäufer an, welcher mir Zoe gerne erneut zur Verfügung stellt und so hole ich das Auto in Darmstadt ab. Nach meiner Testfahrt mit dem Leaf darf ich jetzt also noch einmal Zoe fahren und finde sofort Gefallen daran. Es war die richtige Entscheidung, den Renault zu wählen.

LadestationIch fahre zurück nach Groß-Gerau und versuche Zoe an die Ladestation anzuklemmen. Der Schacht ist vom Platz so knapp bemessen, dass der Typ2-Stecker nur passt, wenn man das Kabel verbiegt. Im Display von Zoe blinkt ein „Prüfung läuft…“. Ich warte 5 Minuten doch der Zustand ändert sich nicht. Schade, denke ich mir, scheint wohl tatsächlich nicht zu funktionieren. Ich wende mich erneut der Display-PruefungSäule zu und drücke noch etwas am Kabel, dass offensichtlich nicht komplett eingesteckt war. Es dauert kurz und das Fahrzeug fängt an zu fiepen. Ich schaue auf das Display von Zoe und siehe da, er lädt. Umgehend informiere ich den netten Herrn von heute Vormittag, dem ich damit wohl den Tag gerettet habe. Er ist begeistert, fotografiert das Kabel in der Ladestation und erklärt mir, dass er noch Zoe Ladestationeinige Umbauarbeiten durchführen will, damit das Kabel problemlos passt. Offensichtlich ist auch er begeistert von der neuen Technik und mit Enthusiasmus dabei. Nach 15 Minuten zeigt das Display in Zoe 99% und 0 Minuten Restladezeit an, der Akku ist voll.

Ich beschließe mit Zoe beim Media-Markt in Weiterstadt vorbei zu fahren, um dort Zoe geladenmeinen Freund Heiko zu besuchen, welcher sich ja auch für Zoe interessiert. Bei der Gelegenheit will ich die Öko-Ladesäule der Entega testen. Ich fahre also auf den Parkplatz und stelle Zoe auf einem von 2 Parkplätzen für Elektrofahrzeuge ab. Ein junges Paar läuft an mir vorbei und mir entgeht aus dem Augenwinkel nicht, dass ich beobachtet werde – man fängt an zu tuscheln. Mit stolzer Brust gehe, wie selbstverständlich an den Kofferraum um dort das Kabel herauszuholen, welches ich Entegasogleich in die Ladesäule einstecken möchte, als sei es das normalste der Welt. Weit gefehlt ! Entgegen der Info, welche ich heute Vormittag von der Entega bekam, kann man eben nicht einfach den Stecker einstecken sondern benötigt dafür eine Kundenkarte. Mann ist das peinlich, noch schnell ein Bild vom Display gemacht und das Kabel wieder im Kofferraum verpackt. Ich setze mich ins Auto und fahre nach Darmstadt, um bei der Entega direkt Informationen einzuholen. Dabei genieße ich jeden Meter, den ich mit dem Zoe zurücklege, wäre das schön, wenn es diesen Monat noch klappen würde mit Zoe. Bei der Entega erklärt man mir, dass man die Transponderkarte an der Information vom Media-Markt bekommt, da diese Ladesäule nur für Kunden des Media-Marktes während dem Einkauf gedacht ist. Im Anschluss befragen mich die Mitarbeiter der Entega-Filiale interessiert zum Elektroauto und ich kann es mir nicht verkneifen, dezent mit dem Zaunpfahl zu winken, indem ich erwähne dass es in der Region viel zu wenige Ladesäulen gibt.

Report Experiment 1Also bringe ich Zoe schweren Herzens zurück zum Autohaus unterhalte mich einmal mehr sehr nett mit meinem Verkäufer und erfahre bei der Gelegenheit, dass es wohl bis zur 47. KW dauern wird, bis mein Zoe ausgeliefert werden kann.

Hier endet mein Blog also vorerst und die Wartezeit auf meinen eigenen Zoe beginnt. Sobald ich Zoe besitze werde ich hier über meine Erfahrungen im Alltag berichten, so lange genieße ich die Blogs derer, die so ein Auto schon fahren…

 

 

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2 Antworten zu Das erste Experiment

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