Hyundai IONIQ – Der neue „Volkstesla“ ?

AichenTeslajünger werden mich für diese Aussage sicher verteufeln, wie kann ich es mir nur anmaßen, ein koreanisches Elektroauto mit dem heiligen Gral zu vergleichen ? Dies zumindest könnte ich mir vorstellen, wenn ich den ein oder anderen Kommentar zu meinen Kaufüberlegungen eines IONIQ auf Facebook lese. Da wird sich über das schlechte Design mockiert oder aber die ach so schlechten Lademöglichkeiten bemängelt. Fakt ist, heimlich still und leise ist es den Koreanern geglückt, ein Fahrzeug auf den Markt zu bringen, welches dem künftigen „Volks-Tesla“ Model 3 verdammt gefährlich werden könnte.

Ioniq_SanglEin großer Punkt, der vorab für den Koreaner spricht, es ist kein fiktives Fahrzeug, von dem es bislang nur ein paar Prototypen gibt, den IONIQ kann man heute schon käuflich erwerben und zuvor Probe fahren, wenngleich dies auch mit ein paar Hürden verbunden ist. Man muss für die Option zur Bestellung keine 1000 € anzahlen und wer einen IONIQ bestellt, erhält diesen ca. 2-3 Monate später ausgeliefert und nicht erst mit vielen Fragezeichen bei Bestellung im April 2016 Ende 2018. Im Gegensatz zu anderen Herstellern wurde um den IONIQ kein großes Aufsehen gemacht, plötzlich war er da, mit 280 Kilometern NEFZ-Reichweite, einem 28 kWh-Akku und einer Ausstattung, welche ihresgleichen sucht – von Verzicht kann hier keine Rede sein.

Ioniq_Style_Sangl_aussenWie wir alle alle wissen, sind Katalogwerte ungefähr soviel Wert, wie die Aussage einer Wahrsagerin. Was zählt sind Erfahrungswerte, welche man im Realbetrieb ermittelt und soviel darf vorausgeschickt werden, der IONIQ verspricht nicht zu viel, doch dazu später. Nach langer Suche, mehreren Telefonaten und E-Mails ist es mir endlich geglückt, einen Händler in Deutschland ausfindig zu machen, welcher einen IONIQ-Elektro als Vorführfahrzeug hat – das Autohaus Sangl in Landsberg am Lech. Zwar ist dieser Händler fast 400 Kilomter von mir entfernt, die Tatsache, dass er es mir ermöglicht, eine Probefahrt bis nach Hause zu machen, relativiert diese Tatsache. 800 Kilometer über deutsche Autobahnen, sowie ein paar Kilometer in heimischen Gefilden sollten für einen ersten Eindruck reichen.

Inhaltsverzeichnis

Die Ausstattungsvarianten

Ioniq_Style_innenDen IONIQ gibt es in den Ausstattungsvarianten Trend, Style und Premium. Die Preise für den Koreaner beginnen bei 33300 €, abzüglich Elektrobonus (4000 €) erhält man den IONIQ also für unter 30000 €. Das Testfahrzeug verfügt über die Ausstattungsvariante Style und ist damit, typisch asiatisch, nahezu komplett ausgestattet. Wer auf elektrisch verstellbare, klimatisierte Ledersitze mit Memoryfunktion, Totwinkelassisten, Querverkehrswarner und Einparkhilfe vorne verzichten kann, wird mit dem Style sicher glücklich.

Serienmäßig bietet dieser z.B. Einparkhilfe hinten mit Rückfahrkamera, LED-Scheinwerfer, Abstandsregeltempomat, aktiven Spurhalteassistenten, digitales Autoradio mit Infinity-Soundsystem, TOM TOM Navi mit Live Services, Apple Carplay, ein Typ 2 und ein SchuKo-Notladekabel, u.v.m. . Ioniq_Premium_InnenDie voll ausgestattete Variante „Premium“ kostet laut Liste 38000 €, zum Vergleich, dafür gibt es nicht einmal eine Mercedes B-Klasse mit elektrischem Antrieb, der Style ist für 35500 € zu haben, wohlgemerkt inklusive Akku. Die Aufpreisliste fällt verständlicherweise gering aus, nur Schiebedach und Metalliklack gibt es als Optionen. Der Style wäre meine Empfehlung, da dieser über eine Wärmepumpe verfügt, welche es im Trend nicht gibt. Die Wärmepumpe arbeitet effizienter als die elektrische Heizung, was sich positiv auf die Reichweite auswirkt.

Das Interieur

Ioniq_CockpitDas Innere des Fahrzeugs wirkt aufgeräumt, die Bedienelemente sitzen dort, wo man sie ergonomisch erwartet. Insgesamt macht die Verarbeitung einen ordentlichen Eindruck, wenn auch ein bisschen weniger Plastik in den Türen dem Fahrzeug ebenso gut stehen würde wie ein ordentlicher Teppichpoden, dieser gleicht leider einer Filzmatte.

Der obere Teil des Armaturenbrettes, sowie die Armablagen in den Türen und in der Mitte sind aus aufgeschäumtem Kunststoff, was schon eine gewisse Wertigkeit vermittelt. Alu- und Bronzeapplikationen im Interieur wirken schick, sind aber, wie in dieser Fahrzeugklasse normal, lediglich lackierter Kunststoff. Gleiches gilt für die Verkleidungen an den A-, B- und C-Säulen, die zwar das Design des Stoff-Dachhimmels tragen, aber aus Kunststoff sind. Die Sitze sind nicht zuletzt Dank der serienmäßigen Lordosenstütze des Fahrersitzes auch auf langen Strecken sehr bequem.

Ioniq_Kofferraum_FachReichlich Platz auch im Heck, dank der geteilt umlegbaren Rücksitzbank hat der Hyundai fast schon Kombi-Qualitäten. Einzig das steil abfallende schränkt die Beladung und leider auch die Kopffreiheit im Heck ein. Erwachsene Männer stoßen hier schnell mit dem Kopf an die Decke.Die Beinfreiheit in Reihe zwei ist für diese Fahrzeuggröße absolut in Ordnung. Elektromobilisten werden sich über den doppelten Boden im Kofferraum freuen, welcher z.B. Platz für das Typ2 Ladekabel bietet. Für den eigentlichen Kofferraumboden gibt es ein Gepäcknetz, so kullern z.B. einzelne Flaschen nicht im Kofferraum herum. Eine Kofferraumabdeckung schütz vor neugierigen Blicken in selbigen und wird diese einmal nicht benötigt, gibt es dafür auch ein Fach unter dem Boden. Sehr gut gelöst ! Ioniq_Kofferraum_normalIoniq_Kofferraum_geteiltIoniq_Kofferraum_komplettIoniq_Kofferraum_beladen

Die Fahrmodi

Ioniq_EcoDer IONIQ-Elektro verfügt über 3 Fahrmodi, ECO, Standard und Sport. Je nach Modus ändert sich die Anzeige im Display, so legt das Display im ECO-Modus den Schwerpunkt auf die Restreichweite und die Tachonadel zeigt die Geschwindigkeit an, im Sportmodus rückt die Restreichweite in die rechte obere Ecke und macht der Geschwindigkeit Platz. Der „Tacho“ zeigt im Sportmodus die prozentual abgerufene Ioniq_SportLeistung an. Je nach dem, welcher Modus gerade gewählt ist, verändert sich das Kennfeld des Strompedals. Im ECO-Modus reagiert der IONIQ etwas träger, im Sportmodus hingegen sehr direkt. Entgegen anderen Elektrofahrzeugen, kann man die einzelnen Modi in Bezug auf Heizungsleistung und Standard-Rekuperation anpassen, im ECO Modus läst sich außerdem eine Höchstgeschwindigkeit einstellen, welche jedoch nur bei ausgeschaltetem Tempomat aktviert wird.

Die Assistenzsysteme

Ioniq_RueckfahrkameraWie schon weiter oben erwähnt, verfügt der IONIQ über zahlreiche aktuelle Assistenzsysteme wie Abstandsregeltempomat, aktiven Spurhalteassistenten, Notbremsassistent, elektrische Parkbremse mit HOLD-Funktion, Einparkhilfe hinten und Rückfahrkamera. An manches muss man sich erst einmal gewöhnen, wer z.B. noch nie mit einem Abstandsregeltempomat gefahren ist, muss erst einmal Vertrauen in das System bekomen. Ich kenne das System bereits von Mercedes und muss anerkennen, dass die Entwickler von Hyundai hier eindeutig besser gearbeitet haben.

Mit dem aktiven Spurhalteassistenten habe selbst ich mich schwer getan, hält man die Hand am Lenkrad, fühlt es sich in etwa so an, als würde man in Spurrrinnen fahren. Hält man die Hand nicht fest genug am Lenkrad, fängt das System nach ein paar Sekunden an zu meckern. Sobald man die Spur verlässt, lenkt der Hyundai automatisch gegen und verhindert so ein Verlassen der Spur – wenn man das möchte. Dieses Sytem lässt sich nämlich in unterschiedlichen Stufen einstellen, vom reinen Warnsystem bis hin zum dauerhaft aktiven Eingriff des Fahrzeugs.

Die elektrische Parkbremse mit HOLD-Funktion ist eine feine Sache, gerade im Stadtverkehr. Einmal aktiviert, verhindert diese für die Dauer der Fahrt ein Kriechen oder Wegrollen des Fahrzeugs an Ampeln, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt. Um die Parkbremse muss man sich gar keine Gedanken mehr machen, sie aktiviert sich automatisch, sobald das Fahrzeug in P abgestellt und der Motor abgeschaltet wird und löst sich beim Einlegen einer Fahrstufe, sofern der Fahrer angeschnallt ist.

Ioniq_HeckscheibeEinparkhilfe und Rückfahrkamera sind beim IONIQ unverzichtbare Assistenzsysteme, denn so toll das Fahrzeug ist, die Sicht nach hinten ist bescheiden und gleicht einer Schießscharte. Dies ist zum Einen der Aerodynamik geschuldet, ferner behindert der Heckspoiler die Sicht durch die Heckscheibe. Zwar gewöhnt man sich bei Autobahnfahrten schnell an die Schießschartenaussicht, beim Einparken wird es jedoch ohne Hilfssysteme unübersichtlich. Leider ist die Heckkamera nicht spritzwassergeschützt, was dazu führt, dass sich die Sicht nach Hinten bei Dunkelheit und Nässe nur erahnen lässt. Wohl dem, der mit Rückspiegeln fahren kann. Warum hat man das nicht gelöst, wie im alten i30 ? Dort befand sich die Kamera im Hyundailogo am Heck und klappte bei Bedarf aus. Gottseidank gibt es ja noch die Einparkhilfe, welche Hindernisse zuverlässig erkennt und somit hilft, Parkrempler zu vermeiden.

So fährt sich der IONIQ

Ioniq_MitteltunnelHat man erst einmal hinter dem Lenkrad Platz genommen und ist ein paar Meter gefahren, findet man sich in dem Fahrzeug schnell zurecht. Selbst im ECO-Modus lässt man beim Ampelstart nahezu jeden Verbrenner stehen, spätestens im Sportmodus hat nur noch ein Tesla oder ein hubraumstarker Sportwagen eine Chance, dem IONIQ Paroli zu bieten. Die 120 PS stehen im Sportmodus vom Start weg zur Verfügung und sorgen mit 295 NM Drehmoment für eine Beschleunigung, bei der er schwer fällt, sich das Grinsen zu verkneifen. Insgesamt verhält sich das Fahrzeug sehr gutmütig, ist gut gefedert und bietet hohen Fahrkomfort auch auf längeren Strecken. Meinen Weg zum Autohaus Sangl habe ich mit einer Mercedes C-Klasse zurückgelegt, der IONIQ ist nicht unbequemer.

Der IONIQ macht auch auf der Autobahn eine Gute Figur

LadungAutobahnen gelten als der natürliche Feind des Elektroautos, beim IONIQ muss man sagen galten. Bei einer Reichweite von 150 und mehr Kilometern bei Tempo 120 auf der Autobahn, vergisst man fast, in einem Elektroauto zu sitzen. Das Laden des Fahrzeugs geht an einer CCS-Schnellladesäule so schnell, dass man sich beim Toilettenbesuch fast beeilen muss. Zwischen 15 und 35 Minuten habe ich für die Ladung auf 94 % benötigt, bei der 35-minütigen Ladung hatte ich eine Restreichweite von 25 Kilometern was einem SOC (State of Charge) von 19% entsprochen hat.

IMG_0130Zur deutlichen Entspannung trägt der IONIQ auch im Stau bei, der Abstandsregeltempomat arbeitet so präzise, dass das Fahrzeug in einem 7km langen Stau auf der A8 gerade 2 Mal zum Stillstand kam. Auch hohe Geschwindigkeiten sind mit dem IONIQ problemlos möglich, im Sportmodus schafft es der Koraner auf 175 km/h, das reicht zu mehr als nur zum Mitschwimmen. Natürlich würde die Reichweite bei dauerhaft hoher Geschwindigkeit geringer ausfallen. Im Sportmodus hängt der IONIQ sehr gut am Strom, hier steht die volle Leistung von 120 PS ab der ersten Radumdrehung zur Verfügung, was die meisten Verbrenner in Bezug auf die Beschleunigung alt aussehen lässt.

Zwischenspurts sind kein Problem

IONIQ_MotorAufgrund seiner guten Fahrleistungen und seiner Effizienz ist der Koreaner also auch auf der Autobahn zu Hause. Schnell noch hinter einem LKW auf die Überholspur ? Kein Problem ! Die Elastizität des Fahrzeugs reicht aus, um kurze Zwischensprints flott durchzuführen, ohne dabei zum lästigen Hindernis herrannahender Linksspurabonnenten zu werden. Dank Abstandsregeltempomat und Spurhalteassistent, wird das Reisen auf der Autobahn sehr komfortabel.

IONIQ – Der Effiziente

Wer sich ein Fahrzeug anschaffen möchte, der achtet auch auf den Verbrauch. Bei Fahrzeugen mit thermischem Antrieb in erster Linie aus Kostengründen, beim Elektroauto kommt ein wichtiger Umstand hinzu – die Reichweite. Das ganze Fahrzeug ist auf eine optimale Reichweite ausgelegt, so gibt es beispielsweise eine „Driver only“-Funktion für die Heizung, welche nur den Fußraum des Fahrers und die Windschutzscheibe beheizt, sofern man alleine unterwegs ist.

Ioniq_SchnittDer Akku des IONIQ hat gerade einmal 28 kWh, das sind nur 6 kWh mehr als ein Zoe der ersten Generation. Der IONIQ schafft damit jedoch Reichweiten, die bei vergleichbarer Leistung eines Renault Zoe in etwa nur die Hälfte betragen. 11,5 kWh/100 Kilometer sind die Werksangabe, bei Tempo 120 auf der Autobahn konnte ich einen Schnitt von 15,7 kWh/100km erreichen, ein respektabeler Wert. Mit dem IONIQ ist man bei vollständig aufgeladenem Akku in der Lage, eine Strecke von 150 Kilometern bei Tempo 120 auf der Autobahn zurückzulegen. Ein Renault Zoe würde unter gleichen Bedingungen ca. 80 Kilometer schaffen. Das ist in etwa so, wie wenn eine C-Klasse 6 Liter und eine A-Klasse 12 Liter Kraftstoff verbrauchen würde. Bei dem aktuellen Angebot an Elektrofahrzeugen, sollte man folglich auch den Verbrauch in Augenschein nehmen und hier punktet der IONIQ nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Realbetrieb.

Das Aufladen des IONIQ

IONIQ_32A_Typ2Schnell ist der IONIQ nicht nur beim Beschleunigen, auch das Laden geht erfreulich flott. Zwar ist zu bemängeln, dass der Koreaner an Wechselstrom leider nur an einer Phase laden kann, an Gleichstrom geht es dafür mit bis zu 100 kW extrem flott. Leider sind 100 kW Gleichstromladesäulen selten aber selbst mit den verbreiteten 50 kW CCS Ladesäulen ist eine vollständige Ladung 100% in weniger als 1 Stunde erledigt.

An einer 22 kW Typ2 Ladesäule kann der IONIQ mit dem mitgelieferten 20A Kabel mit 4,6 kW an einer Phase laden, mit einem 32A Kabel sind theoretisch 6,6 kW möglich. Der Einsatz eines solchen Kabels ist aber in Deutschland aufgrund der Schieflastverordnung nicht erlaubt. Die vom Fahrzeug kalkulierte Ladezeit stimmt präzise und es erfolgt kein Stunden andauerndes Balancing der Zellen. Man kann sich folglich darauf verlassen, dass das Fahrzeug zum Ende der Ladezeit auch fertig aufgeladen ist. Eine App, welche einem das Ende der Ladung per E-Mail oder SMS mitteilt, gibt es leider nicht, diese ist zwar nicht zwingend notwendig aber ein „nice to have“.

IONIQ_ElektrotankstelleAn 3,7 kW Wechselstrom würde es ca. 8h dauern bis der IONIQ vollständig aufgeladen ist und selbst wenn einmal nur eine herkömmliche Haushaltssteckdose vorhanden ist, ist der Akku in längstens 14h voll. Wer sein Fahrzeug also über Nacht lädt, hat in jedem Fall am nächsten Morgen einen vollen Akku. Hätte der IONIQ nun noch einen 3-phasigen 11 oder gar einen 22 kW Wechselstromlader, wäre er in Bezug auf das Laden nahezu unschlagbar. Typ2-Wechselstromladesäulen sind in Deutschland deutlich verbreiteter als CCS-Ladestationen und es kann auch abseits der Autobahn trotz hoher Reichweite einmal notwendig sein, schnell aufzuladen.

Mit Sicherheit sicher

Sicherheit wird beim Koreaner groß geschrieben und auch wenn niemand vor hat, mit dem Fahrzeug einen Unfall zu bauen, so ist es dennoch gut zu wissen, dass die Koreaner auch großen Wert auf passive Sicherheit legen. 7 Airbags, die man hoffentlich nie zu sehen bekommt, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, der im Premium erhältliche Totwinkelassistent und seine hochfeste Fahrgastzelle machen den Hyundai zu einem sehr sicheren Fahrzeug welches den NCAP-Crashtest mit 5 Sternen gemeistert hat. Die ab dem Style serienmäßigen LED-Scheinwerfer sorgen zudem für sehr gute Sicht.

Komfort

Nähert man sich bei Dunkelheit dem IONIQ an, so begrüßt das Fahrzeug seinen Fahrer mit beleuchteten Türgiffen und ausklappenden Seitenspiegeln und versprüht damit einen Hauch von Tesla. Nach dem Öffnen der Fahrertür fährt der Fahrersitz in der Aussstattungsvariante Premium auf Wunsch ein vorher definiertes Stück nach hinten, um den Einstieg zu erleichtern. Die Sitze sind bequem, höhenverstellbar und verfügen über eine Lordosenstütze. Eine Sitzheizung sorgt schnell für mollige Wärme, im Premium sind die Ledersitze im Sommer sogar belüftet, um ein Schwitzen zu vermeiden. IONIQ_CarplayInnen verwöhnt ein Infotainmentsystem mit Navigation, Digitalradio und Apple Carplay seinen Fahrer. Der Klang der Soundanlage ist dank der serienmäßigen Infinity-Lautsprecher mit Subwoofer im Kofferraum sehr gut, das Digitalradio verliert lediglich in längeren Tunneln den Empfang des Lieblingssenders. Clever – Das Radio schaltet bei Bedarf zwischen digitalem und analogem Signal hin und her. Leider fehlt dem IONIQ eine Vernetzung, zwar kann er mit dem eigenen Smartphone oder einem W-LAN gekoppelt werden um Updates und Verkehrsmeldungen zu Empfangen, es gibt jedoch keine App über welche man den Akkustand abrufen oder die Heizung starten kann. Bei anderen Elektrofahrzeugen ist dies Standard, Hyundai sollte dieses System unbedingt nachliefern.

Die Heizung des Koreaners arbeitet auch im ECO-Modus flott, der Innenraum wird in kürzester Zeit angenehm warm. Leider gibt es keine Option den Koreaner „offline“ vorzuheizen, es sei denn, man startet den Motor. Warum man sich bei Hyundai dagegen entschieden hat, solch eine Funktion zur Verfügung zu stellen, ist mir nicht nachvollziehbar, zählt auch diese eigentlich zum Standard bei Elektrofahrzeugen. Nicht immer parkt das Auto in der Nähe einer Steckdose und im Winter ist es ein extremer Komfortgewinn, ein schnee- und eisfreies Fahrzeug zu betreten. Auch hier gilt: Bitte nachreichen. Hängt das Fahrzeug am Strom, ist eine Vorheizung zu einer vorgewählten Zeit möglich. Wer die Ladeweile im Fahrzeug verbringt, wird sich zudem darüber freuen, dass auch hier die Heizung gestartet werden kann und man somit nicht frieren muss, während das Auto lädt.

Fazit

IONIQ_Premium_weissDie Effizienz dieses Fahrzeuges ist einfach sensationell und wenn man bedenkt, dass es an einer Schnellladesäule auch noch flott aufgeladen ist, werden die Argumente für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor immer dünner. Und nicht nur für die, denn wie schon eingangs erwähnt, auch dem Tesla Model 3 könnte der Hyundai mit seiner attraktiven Ausstattung, seinem üppigen Platzangebot und einer Reichweite von bis zu 280 Kilometern auf die Pelle rücken. Mich hat das Fahrzeug dermaßen überzeugt, dass ich nach der Probefahrt den Kaufvertrag unterschrieben habe und ab Mai stolzer Besitzer eines Hyundai IONIQ in der Ausstattungsvariante Premium sein werde.

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3 Antworten zu Hyundai IONIQ – Der neue „Volkstesla“ ?

  1. Hätte der IONIQ nun noch einen 3-phasigen 11 oder gar einen 22 kW Wechselstromlader, wäre er in Bezug auf das Laden perfekt. !

    + AHK optional und … Hinten für die Taxiversion mehr Kopfhöhe- abgepolsterte Sitze, Fahrwerksabstimmung — Kleinigkeiten gern mehr von IEmobilty Sonnenuhrendorf ( Nordbaden/Südhessen/ Vorderpfalz -> Plan dieses BEV Tage/ Wochenweise zu mieten) um selbst sich „authentisch“ die eigene Meinung und Mobilitätsanforderungen bilden zu können.

  2. Volker Sornig sagt:

    Hallo ,
    ich bin noch ein Benziner und lese mich seit geraumer Zeit durch alle Foren und war mir eigentlich sicher das es irgendwann eine Zoe wird. Aber seit es den IONIQ gibt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Preis , Platz und Verbrauch/Reichweite sprechen hier für den IONIQ. Danke für den Ausführlichen Test Bericht.

  3. Pingback: Kein IONIQ in Sicht | Elektromobilität heute

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